Die Sahara

zur FotogalerieWie sehr man sich selbst zurücknehmen kann, und muß, um hier existieren zu können und dabei doch berauschende Erlebnisse zu haben. Mit wie wenig man auskommen kann. Man kann Wasser trinken und Schönheit, wozu braucht man hier Wein?

Von unserer Libyenreise zurückgekehrt, bin ich noch ruhelos. Dieses Erlebnis wird mich wohl noch lange beschäftigen.

Zuerst natürlich, das Erlebnis Sahara. Sie ist eine so großartige und vielfältige Landschaft, noch vielfältiger, als die in den USA erlebte Wüste.
Doch auch ähnlich. Beispielsweise erlebten wir traumhafte Sandstein-Landschaften im Abendlicht, im Akakus-Tadrart-Gebirge.
Aber ganz anders die drei Tage auf dem alten Karavanenweg durch das große Sanddünengebiet Erg Ubari, wo wir auch unfreiwilligen Aufenthalt nehmen mußten, weil ein Sandsturm die weitere Orientierung unmöglich machte...

Über das Erlebnis der Landschaft hinaus beschäftigt mich auch der kulturgeschichtliche Aspekt und sein Brückenschlag in die Gegenwart - das Nomadenleben.
Die Felszeichnungen und -ritzungen der Nomadenvölker - vielleicht sogar auch teilweise seßhafter Gruppen - die vor tausenden Jahren entstanden sind, verweisen auf Hochkulturen in lange zurückliegender Zeit und spätere primitivere Kulturen. Auch beweisen sie die Existenz fruchtbarer Gebiete, wo heute nur noch Sand und Steine existieren.
Die Sahara ist dem Weg der menschlichen Zivilisation gefolgt. Nicht nur klimatische, wahrscheinlich auch menschengemachte Bedingungen sorgten dafür, daß Sand und Steine übrigblieben, wo es einst Boden, und viel mehr Pflanzen, Tiere und Menschen gab.
Wie Edward Abbey es für Amerika voraussagte - die Wüste wird sich über die von den Menschen verdorbenen Stätten ausbreiten, die Wüste wird bleiben, die Wüste wird alle menschliche Borniertheit überleben....

© Mechtild Opel 1999

LITERATUR:
aicher, otl: gehen in der wüste

Kohl, Engelbert: Libyen. Fezzan

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